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Mit geschlossenen Augen ging der schwarzhaarige durch die Kälte. Dunkelheit umgab ihn und seinen Körper. Seinen Körper, den man eigentlich nicht mehr als so etwas ansehen konnte. Er war abgemagert. Ziemlich abgemagert. Seine Jeans hang an seinen Beinen, als wenn sie zwei Nummern zu groß wäre, und auch seine Lederjacke war von der perfekten Passform weit weg. Mit eingezogenen Kopf ging er einfach immer weiter, achtete schon gar nicht mehr auf den Weg. seine dünnen Beine trugen ihn wie von selbst immer weiter. Er kannte den Weg schon auswendig, musste nicht mal mehr aufschauen um abzubiegen. Diesen Weg ist er in den letzten zwei Monaten schon so oft gegangen, dass er ihn In- und auswendig kannte. Er ging schnell ... sehr schnell. Fast rannte er schon. Sein Kopf war eingezogen. Das schwarze Haar hing ihm glatt am Kopf hinunter. Seine Augen war dennoch stark schwarz geschminkt, doch seine Pupillen klein. Leicht geschwollene Augenlieder und Leichenblasse Haut. Wenn um diese Uhrzeit jemand Bill Kaulitz über den weg geloffen wäre, würde dieser vor diesem Anblick erschrecken. Deshalb zog er seine Cap noch tiefer uns Gesicht, so dass man ihn in der umherliegenden Schwärze kaum noch erkannte. Trotz des schnellen Tempos ging sein Atem ganz normal, doch auch kein Laut entfuhr ihm. Beim Ausatmen konnte man den Atem erkennen. Es wurde Winter. Eisige Kälte lag über Loitsche. Doch Bills Beine führten ihn immer weiter aus dem kleinen Dorf raus. Er verließ die festen Straßen, ging über eine weite Wiese, einen Feldweg entlang, bis zu einer Einmündung nach rechts. Er bog in den Wald ein. Stille. Toten Stille. Es war stockdunkel. Bill konnte seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehn, doch all das irritierte ihn kein bisschen. Er war sich seiner Sache sicher, konzentrierte sich nur auf sich und seine Schritte, doch schon nach ein paar Minuten lichtete sich der Wald plötzlich wieder und er trat auf eine kleine Wiese. Zielsicher steuerte er auf die Mitte der Wiese zu und lies sich urplötzlich auf die Knie fallen, als wenn er keine Kraft mehr hätte. Tatsächlich keuchte er plötzlich auf, schloss die Augen und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Ein außenstehende würde denken, der Junge hätte plötzlich irgendwelche Krämpfe oder Schmerzen. Ja, das hatte Bill auch, wenn auch nicht äußerlich. Ihm tat was weh ... und das schon seit zwei Monate. Sein Herz. Sein Herz schmerzte. Es schrie vor Schmerz. Schrie immer lauter und lauter. Mit jedem Tag wurden die Schreie lauter, kräftiger, heftiger ... schmerzhafter. Die Schreie, die nur einen Namen Riefen: Tom. Bill war am Ende seiner Kräfte. Erschöpft lies er sich auf den Rücken falle, presste seine Augen noch weiter zusammen. Wollte sie nicht mehr aufmachen ... nie wieder. Denn kaum hatte er sie offen, kam ihm das Bild wieder in den Sinn. Das Bild seines Zwillingsbruders. Er ertrug es einfach nicht mehr. Der Schmerz saß zu tief in der Brust. Jeden Tag sah er ihn, auch wenn er kein einziges Wort mehr mit ihm wechselte. Kein Einziges. Und das schon seit zwei Monaten. Seit Der Beerdigung seiner Freundin hatte Bill kein Wort mehr gesprochen. Mit keinem. Alle bemühten sich um ihn, versuchten herauszufinden, was mit ihm los war. Seine Mutter hatte ihn sogar schon zum Psychiater geschickt, doch auch dieser wusste nicht weiter. Bill sagte einfach nichts mehr. Zur Schule ging er auch nicht mehr. Seine Mutter war verzweifelt, seine Freunde ebenso. Die letzte Hoffnung hatten alle auf Tom gelegt, doch als Tom zwei Tage nach Kristins Beerdigung mit ihm reden wollte, tickte Bill völlig aus. Er schrie wild um sich, schrie irgendwas raus, was keiner so ganz genau verstand. Tom verstand nur, dass Bill nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Nie wieder. Er verabscheute seinen Zwilling ... das wollte er Tom klar machen. Eine Lüge. Eine Riesige Lüge. Die Größte Lüge seines Lebens. Er verabscheute Tom nicht, er hasste ihn nicht ... ER liebte ihn. Ja ... Bill liebte seinen Bruder. Seinen Zwillingsbruder. Er liebte ihn über alles auf dieser Gott Verdammten Welt, aber deshalb hasste er Tom dennoch, weil er Tom liebte. Tom wusste nichts ... er wusste von gar nichts. Ob er eine Ahnung hatte, was in Bill vorging? Bill wusste es nicht ... es konnte es nicht gänzlich ausschließen, denn die beiden wussten eigentlich immer, was der andre hatte oder dachte. Aber Bill verbarrikadierte sich vor Tom. Verbarrikadierte sich vor allen. Seit den damaligen Streit verließ er kaum noch sein Zimmer, aß kaum noch was, hatte keinen Kontakt mehr. Die Welt stand für ihn Still. Für ihn passierte nichts mehr. Noch etliche Male hatte Tom versucht, an Bill heranzukommen, doch Fehlanzeige. Bill lies ihn nicht in sein Zimmer, und wenn er versuchte, Bill draußen irgendwo abzufangen, kassierte er nur einen tötenden Blick von Bill. Tom wusste nicht weiter. WAS hatte er getan? War er immer noch sauer auf den Seitensprung mit Kristin? War er immer noch nicht über den Tod seiner Freundin hinweg? Oder war es etwas ganz anderes? Tom tappte im Dunkeln. Auch er wurde immer stiller ... zog sich immer mehr zurück. Sprach auch immer seltener. Der fröhliche, gut gelaunte Tom war weg. Ja, zur Schule ging er noch, seine Noten stimmen auch aber sonst lebte er selbst nicht mehr richtig. Im Fehlte was ... sein Zweites Ich fehlte ihm. Die vielen Gespräche, die Ratschläge, einfach alles ... ihm fehlte einfach Sein Zwillingsbruder. Es war ja nicht so, als wenn Bill nicht mehr hier wäre, nein, er wohnte ja nur ein Zimmer weiter, aber für ihn war es, als wenn Bill aus Toms Leben ausgezogen wäre. Bill verabscheute Tom ... warum auch immer. Wenn Tom nur wüsste warum, wäre diese ganze Sache leichter für ihn, denn dann konnte er wenigstens noch versuchen, diese Angelegenheit wieder gerade zu biegen. Doch so ...
Der Schwarzhaarige lag immer noch so auf dem Kalten Boden. Vorsichtig öffnet er die Augen wieder. Erst mal einen Spalt breit und dann gänzlich. Auch seine Atmung stellte sich wieder auf Normalstatus ein und seine Muskeln entspannten sich wieder. Er sah hoch in den Himmel ... in die Sterne. Es war Vollmond. Sternenklare Nacht. Perfekte Verhältnisse. Es waren diese paar Minuten, die Bill draußen war, die er so genoss. Bill verließ Tagsüber das Haus nicht mehr. Erst vor drei Wochen hatte er sich aufgerafft und es geschafft, Nachts sich aus dem Haus zu schleichen. Seine Mutter wusste es. sie sah es immer, wenn ihr jüngster Sohn leise um Mitternacht sich die Treppen runter schlich und das Haus verlies. Sie hielt ihn nicht auf, reden würde er so oder so nichts. Auch Tom bekam es mit, dass sein Bruder Nächtliche Ausflüge tätigte. Am Anfang war er drum und dran ihm zu folgen, herauszufinden wo hin er ging, doch dann lies er es sein. Wollte ihn nicht weiter provozieren, Bill nicht weiter von sich wegtreiben. Kaum verlies Bill das Haus, schlich sich Tom ebenfalls nach unten. Er setzte sich dann in die Küche, auf den Tresen, mit Blick aus dem Fenster, die Straße entlang sehend. Dann sah er immer seinem Bruder hinterher, wie er mit schnellen Schritten davon ging. die ersten paar Tage machte sich Angst in Tom breit. Angst, Bill könnte sich etwas antun wenn er Nachts alleine draußen ist, oder dass ihm irgendwas zustoßen könnte. Bill war schwach. Er war zwar nicht klein, aber er war schwach. Konnte sich doch nicht währen. In seiner jetzigen Situation hätte er nicht mal die Kraft, einem Auto auszuweichen. Doch nach zwei Stunden kam Bill wieder zurück. Schlich sich die Treppe wieder nach oben, bemerkte nicht, dass Tom unten in der Küche saß und auf ihn wartete. Erst eines Nachts, als Bill später als sonst nach Hause kam, wurde er von Tom abgefangen. Tom war damals schockiert über den Zustand seines Bruder. Rote, verheulte Augen, eingefallene Wangen, schlaffe Haare, abgebrochene Fingernägel. So kannte Tom seinen Bruder nicht. Er stellte ihn zur Rede, doch nicht mal ein Mucks entwich Bill. Er sah Tom nicht mal direkt an, quetschte sich schnell an ihm vorbei und schloss sich in seinem Zimmer ein. Tom wusste nicht weiter. Er hatte solche Angst. Die ganze Nacht saß er dann vor Bills Zimmer, in der Hoffnung, er würde noch einmal rauskommen, doch hoffnungslos. Dennoch saß er sich jede weitere Nacht nach unten in die Küche, auch wenn er am nächsten Tag in die Schule musste. Meistens kam Bill gegen Zwei Uhr morgens zurück, manchmal auch erst gegen Fünf Uhr. Die Anspannung wuchs von Minute zu Minute. Tausendmal versuchte Tom dann Bill am Handy zu erreichen, doch er ging nicht ran. Jede Nacht schrieb Tom ihm dann eine SMS. Jede Nacht. In diesem Moment vibrierte nun Bills Handy. Schon automatisch wanderte er zu seiner Hosentasche und angelte sich sein Handy heraus, öffnete die Mitteilung von Tom. „Komm Heim ... Bitte.“ , stand darinnen. Wie immer. Jede Nacht, die selben drei Wörter. Jede Nacht die gleiche Bitte. Und zu Toms damaliger Verwunderung Tat ihm Bill auch diesen Gefallen. Es dauerte nie länger als eine Halbe Stunde nach dem Tom die SMS abgeschickt hatte, da stand Bill wieder zu Hause auf der Matte. Egal, ob er dann erst eine Stunde draußen war oder schon vier Stunden. Er kam immer ...