The light of the dreams - Free Template by www.temblo.com
 
 
Herzlich Willkommen auf meiner Seite. Ich würde mich über einen Besuch und einen netten Eintrag in meinem Gästebuch sehr freuen.
 
 
 Home





 
 
www.temblo.com www.creative-level.net Host
Nina hatte wirklich große Mühe, Tom nach Hause zu bringen. Immer wieder mussten sie anhalten, weil Tom sich einfach auf den Boden pflanzte. Keine leichte Aufgabe, die Andi ihr hier gegeben hatte. Aber Nina gefiel es sogar ein klein bisschen, denn eines musste sie zugeben, schlecht sah er nicht aus, keinesfalls! „Mensch, Tom jetzt streng dich doch bitte mal ein bisschen an, wir sind doch gleich bei dir zu Hause!“ mahnte Nina immer und immer wieder. „Ish weiß, kenn doch den Weg!“ lachte Tom nur. Nina fand das eigentlich total süß, wie Tom und sie so durch die Straßen torkelten…
„Also, Ja, ich lass dich dann mal alleine hochgehen gell, gute Nacht!“ ließ Nina ihn vor der Haustüre los. „Halt, du kannst doch jetzt noch nicht gehen, willst du denn nicht noch mit hochkommen? Oder hast du heute Nacht noch irgendwas anderes vor?“ schaute Tom sie wirklich zuckersüß an. „Ähm, Ja, also ich weiß nicht, ob das so ne gute Idee ist!“ wollte sie eigentlich den Rückweg antreten. „Aber ich weiß es, klar ist es ne gute Idee, die stammt ja auch von mir!“ konnte Tom sich ein schmunzeln nicht verkneifen. „Ja, ok, ich bring dich aber nur noch schnell nach oben, danach bin ich sofort wieder weg!“ trat Nina die ganze Sache ziemlich skeptisch gegenüber. „Lass mich das machen, das schaffst du sowie so nicht!“ nahm Nina, den Haustürschlüssel und sperrte die Tür auf. Sie blieb noch einige Momente vor der Tür stehen, ihr war die ganze Sache hier grad wirklich überhaupt nicht geheuer, sollte sie denn wirklich noch mit hoch? Lust hatte sie ja schon, aber sie wusste einfach nicht, was passieren würde! „Willst du da jetzt noch ewig stehen oder kommst du doch noch mit hoch!“ ließ Tom mal wieder den Checker raushängen und stolperte fast über die Treppen. „Halt, Halt Halt, nicht so stürmisch junger Mann!“ konnte Nina ihn gerade noch so auffangen. Zusammen trotteten sie die Treppe nach oben in Toms Zimmer. „Komm setz dich erstmal“ zeigte Tom auf die Couch. „Du also, ne sorry, sei mir bitte nicht böse, aber ich glaube ich gehe jetzt lieber mal wieder ist echt besser so, glaube ich!“ stand Nina immer noch in der Tür. „Ach Schätzchen, warum denn so schüchtern!“ nahm Tom sie in den Arm und küsste sie zärtlich auf den Mund. „Wir beide könnten ganz viel Spaß miteinander haben.“ Flüsterte er ihr ins Ohr. „Und, was wenn uns irgendeiner erwischt? Was, was ist mit deinem Zwilling?“ fand Nina keinen gefallen daran. „Bill? Ach der, der ist eh wieder unterwegs und kommt vor morgen früh nicht nach Hause es wird also nichts passieren! Und keine Angst, wenn du was nicht willst, dann musst du es nur sagen!“ fing Tom an sie wild am Hals zu küssen.


Genau in diesem Moment war Bill zurück auf dem Heimweg. Er war verwundert. Keine SMS von Tom bis jetzt, obwohl es schon fast halb drei war. Und wieder drehte sich alles nur um Tom in seinen Gedanken. Wie oft hatte er eigentlich versucht, mal nicht an seinen Bruder zu denken? Mal einfach los lassen zu können und an andre, schöne Momente denken? Schöne Momente? Von wegen ... was gab es in seinem Leben denn noch schönes? Rein Gar nichts ... manchmal überlegte er sich wirklich, was ihm noch am Leben hielt, was ihm davon abhielt, sich nicht einfach von der Nächsten Brücke zu stürzen. Dann wäre alles vorbei ... dann hätte er keine Probleme mehr ... keine Sorgen ... keine Kummer ... Keine Schmerzen die er Tag für Tag durch litt. WARUM also tat er es nicht? Diese Gedanken kamen ihm oft ... ja ... fast täglich war er kurz davor, komplett aufzugeben. Für was denn noch Kämpfen wenn das Ziel jeden Tag in noch weitere Ferne rückt? Für was Kämpfen wenn es so oder so nichts bringen würde? Für was kämpfen wenn es dadurch nur noch schlimmer wird? Bill zuckte bei diesen Gedanken zusammen. Eine Gänsehaut fuhr bei diesen Gedanken über seinen Körper ... Ja ... er wusste warum: Angst! Er hatte Angst. Keine Angst vor den Schmerzen, keine Angst vorm Sterben ... sondern Angst dann alleine zu sein. Alleine ... für immer und ewig. Hier war er eigentlich auch alleine, doch wenn er sein Leben hier beenden würde, gäbe es keinen Tom mehr, der jede Nacht auf ihn warten würde. Kein Tom, der sich Sorgen um ihn machen würde und ihn deshalb jede Nacht eine SMS schrieb, damit er doch bitte wieder nach Hause kommen möge. Kein Tom ... Kein Tom mehr ... Kein Tom für Bill dann mehr ... Nein ... nein dass konnte er sich nicht antun ... lieber litt er dann hier weiter jeden Tag als dass er sich für ein Leben ohne Tom entschied. Dafür liebte er seinen Bruder zu sehr. Beflügelt von diesem Gefühl, auch diese Nacht Tom wenigstens ein paar Sekunden lang zu sehen, wurden seine Schritte immer schneller. Mit zittrigen Fingern und pochendem Herzen schloss er die Haustür auf. extra etwas lauter diesmal, dass Tom auch hören konnte, dass er wieder da war. Schnell zog er sich die Schuhe aus und ging den Flur entlang, doch von Tom war weit und breit noch nichts zu sehen oder zu hören. etwas verwirrt ging er weiter, schaute unauffällig ins Wohnzimmer, vielleicht war ja Tom beim warten eingeschlafen. Nein .. hier war er nicht. Verwirrung stieg in ihm hoch, als er auch in der Küche nach seinem Bruder suchte ihn aber auch dort nicht fand. „Tom?“ kam es ihm leise, ja, fast schon gehaucht über seine Lippen. Bill war den Tränen nahe. Bedeutete er seinem Bruder etwa doch nichts? Wo war er jetzt? Was war ihm wichtiger als er? Was konnte so wichtig sein, dass er Bill nun alleine lies, jetzt, alleine, in so einer schweren Zeit? Ängstlich und auf Zehenspitzen schlich er die Treppe nach oben, blieb auf dem letzten Absatz stehen, lauschte in die Stille der Nacht hinein. Stille? Nein .. keine Stille! Was waren das für Geräusche? Sein Magen zog sich augenblicklich zusammen ... wie versteinert stand er da, lauschte immer weiter. Nein ... nein ... nein das kann doch nicht sein? Würde er ...? Er konnte es nicht glauben ... er WOLLTE es nicht glauben. sein Eigener Bruder ... jetzt? In so einer Zeit? In so einer Situation? Nein ... war Tom wirklich so ein Arschloch? Langsam bewegten sich seine Beine auf Toms Tür zu. Sie stand einen Spalt offen... Bill wollte das nicht sehen ... er wollte es nicht ... er wusste doch eigentlich schon was auf ihn zu kam ... doch er wollte es nicht glauben ... wollte sich irren ... wollte sich verhört haben. doch schon stand er vor Toms Tür, öffnete sie ein wenig weiter, doch er wünschte sich, das nie getan zu haben. Wünschte sich, dass nie gesehen zu haben. Nur eine Sekunde reichte aus, damit Bills Welt in noch mehr Trümmern lag. Nur eine Sekunde reichte, um alles zu zerstören, was noch in Bill übrig war. Es tat weh ... es schmerzte ... es war unerträglich. Seine Brust zog sich zusammen, ihm wurde die Luft zum atmen genommen, sein Herz fühlte sich an, als wenn es Tausend Stiche erleiden müsste. Sein Körper begann zu beben ... sein Blick verschwamm ... seine Knie begannen zu zittern ... sein Kopf pochte ... seine Augen weit aufgerissen ... darinnen spiegelte sich das pure Entsetzen ... Trauer ... Einsamkeit ... Hass ... Wut ... Verletztheit ... Er konnte das nicht weiter mit ansehen ... er wollte das nicht weiter mit ansehen ... konnte sich das nicht weiter zu muten ... Er spürte wie etwas nasses über seine Wange lief ... Doch NEIN! HALT! STOP! Das wollte er nicht ... er wollte nun nicht weinen ... er wollte nicht wegen IHM weinen ... er wollte nicht ... wollte seinem Bruder diesen Gefallen nicht tun ... schnell wischte er sie weg ... war stark ... hielt die weiteren Tränen zurück. seine Hände waren zu Fäusten geballt, seine Fingernägel schnitten sich in sein Fleisch rein ... doch er spürte es kaum. Seine Beine trugen ihn wieder weg von der Tür ... weg vom Ort des Schreckens. Und nun? Sein Blick wand um her ... traf die Badezimmertür ... er steuerte daraufhin zu ... schloss die Tür hinter sich ab. Sah sich wieder um. Sein ganzer Körper zitterte, er konnte sich gerade noch auf den Beinen halten. Musste sich am Waschbecken abstützen, um nicht zusammen zu brechen. Er schaute auf ... schaute in den Spiegel. WAR DAS ICH?, dachte er sich, als er sich so betrachtete. Nein ... Nein ... er wollte sich nicht weiter so sehen ... konnte sich nicht weiter so sehen. Mit aller Kraft richtete er sich auf, ballte seine rechte Hand zu einer Faust und schlug mit letzter Kraft zu. Schlug mitten in das Spiegelbild rein. Ein unglaublicher Schmerz durchdrang seine Hand, spürte etwas warmes über seinen Handrücken laufen. die Scherben fielen ins Waschbecken, auf den Boden. Es klirrte laut. Bill atmete schwer, stand mit immer noch erhobener Faust dort, betrachtete sich genau. Beobachtete, wie sein eigenes Blut über seinen Körper lief. Draußen hörte er plötzlich Schritte ... Stimmen ... Heftiges Poltern an der Tür. „BILL? BILL? Bist du hier? Was ist Los?“ hörte er die Stimme seines Bruders, darauf hin flüstern einer Mädchenstimme. Er wand seinen Blick zur Tür, lachte leise und verächtlich. Wieder sah er auf seine Hand und dann auf die ganzen Scherben die um ihn herum lagen.