The light of the dreams - Free Template by www.temblo.com
 
 
Herzlich Willkommen auf meiner Seite. Ich würde mich über einen Besuch und einen netten Eintrag in meinem Gästebuch sehr freuen.
 
 
 Home





 
 
www.temblo.com www.creative-level.net Host
Tom war geschockt von der Aussage seines Bruders. Vor Schock war er aufgestanden und sah Bill entsetzt an. seine Augen waren weit aufgerissen und er konnte seinen Blick einfach nicht von seinem Bruder abwenden. Bill saß ruhig da, begutachtete seinen Linken Arm, der weiß verbunden war, und strich vorsichtig über den Verband, wobei er ab und zu schmerzhaft zusammen zuckte und die Augen schloss. Man sah eindeutig Genugtuung in seinen Augen blitzen und nun sah er Tom in die Augen. „Es tut mir Leid Tom ...“ sagte Bill ganz monoton. Tom konnte das alles nicht glauben. „Bill ... nein ... was sagst du da?“ stotterte er vor sich hin und seine Hände begannen zu zittern. In seinen Augen sammelten sich Tränen an, die nur darauf warteten, über seine Wangen laufen zu können. „Nein, nein, nein ...“ kam es wieder von Tom und die ersten Tränen hatten ihr Sicheres Versteck verlassen. „Doch Tom ... bitte. Es gibt keinen anderen Ausweg mehr. Bitte versteh es ...“ sagte Bill wieder, doch in seine Stimme war immer noch kein einziges Gefühl zu erkennen. Tom konnte nicht mehr klar denken. alles schien erlahmt zu sein. Die ganze Welt schien still zu stehen, die ganze Welt schien nur hier in diesem Zimmer zu sein. „Bill du bist mein Bruder. Ich KANN das nicht verstehen ... ich KANN ES EINFACH NICHT!“ drehte Tom total durch. in ihm wuchs eine Wut, die er so von sich nicht kannte. Er hatte das Bedürfnis, alles kurz und klein zu schlagen, er musste seiner Wut irgendwie Beine machen. Alles begann sich um ihn herum zu drehen, nichts wollte mehr so sein wie es eigentlich war. „Du musst es aber ... bitte ... tus für mich Tom und lass mich einfach meinen Weg gehen. Es hat dich doch auch sonst nicht gestört, was mit mir war oder wie es mit meinen Gefühlen steht.“, verengte Bill seine Augen zu Schlitzen und taktierte seinen Bruder. Nicht mal einen Wimpernschlag erlaubte er sich, sondern starrte Tom einfach nur an, wartete auf eine Reaktion. Ja nun sollte auch Tom mal leiden. So leiden wie er die letzten Wochen gelitten hatte, und vor allem so sehr wie er letzte Nacht leiden musste. Ja, so sehr sollte nun auch Tom leiden. Doch plötzlich traf auch Bill einen Schlag, einen tiefen Schlag in sein Herz. Seine Brust brannte und seine Sicht wurde ihm nun durch aufsteigende Tränen genommen. Sein Herz brannte, die Tränen liefen ihm über die Wangen, er brach. Er brach innerlich zusammen. Er konnte es einfach nicht. er konnte Tom nicht so leiden lassen, egal was er getan hatte. Er konnte es einfach nicht. liebe war Stärker als Hass, aber was wenn aus Liebe Hass wird? Wenn man jemanden so verzweifelt liebt, dass man sich einbildet, denjenigen einfach nur zu hassen, weil man weiß oder merkt, der andre kann einfach keine Gefühl für dich aufbauen? Wenn du eine Person so unsterblich liebst wie du noch nie jemanden geliebt hast, wenn du Gefühle für ihn aufbaust, die alles andre locken in den Hintergrund stellt? Gefühle, die einen einfach nur umhauen, wenn man denjenigen auch einfach nur ansieht. Dich aber gleichzeitig ein Schwall aus Trauer und Hass überzieht, weil du weißt, ihn nie haben zu können. Nie seine Lippen auf deinen spüren zu können, nie seinen herrlichen Duft riechen, nie seine weiche Haut auf deiner spüren, nie durch seine Haare fahren zu können und nie ein „Ich liebe dich“ von ihm zu hören zubekommen, weil er einfach unerreichbar ist? Sollte man denn nicht trotzdem kämpfen? Nichts ist unmöglich, nichts. Alles kann irgendwie geschehen, aber was wenn man keine Kraft mehr hat? Den Glauben daran verloren hat? Sich darin verloren hat? Aufgeben ...? Bill konnte sich all die Fragen selbst nicht beantworten. Ein leises schluchzen brach aus ihm heraus, seine Beine begannen zu zittern, seine Augen warne schon rotunterlaufen, sein T-Shirt tränen durchnässt, seine Wangen von der Tränenflüssigkeit benetzt. „Wir können das schaffen ... egal was es ist. Du bist mein Bruder Bill, mein Zwillingsbruder. Ich brauch dich doch, denn ich liebe dich doch ...“ hörte er Toms Stimme plötzlich ganz nah an seinem Ohr. Nur diese Vier Worte, diese Vier Worte „Ich liebe dich doch“, wie gerne hätte er sie in voller Wahrheit gehört. wie sehr wünschte er sich, dass sie ehrlich sind, und dass es sich nicht nur um Brüderliche Liebe handelt. Bill war plötzlich völlig versteift. Jeder einzelne Muskel seines Körpers war angespannt, Toms Nähe löst bei Bill eine Kurzschlussreaktion nach der anderen aus. sein Herz ging automatisch schneller, sein Atem wurde unruhiger und seine Brust schmerzte. „ich werde dir helfen Bill, aber bitte sag mir dann, was los mit dir ist. Anders kann ich dir nicht helfen. Ich muss wissen, was dich so fertig macht, was dich so belastet. Ich bin immer für dich da, dass weißt du ...“ drang wieder Toms Stimme an sein Ohr und holte Bill aus seiner Gedankenwelt zurück. „Ach ja? Und wo warst du gestern? Wo warst du gestern als ich dich mehr gebraucht habe denn je? Wo warst du? Ich bin dir also so wichtig? Ja, das hat man ja gemerkt. Lieber vögelst du mit irgend so einer Tussi rum, anstatt dich um deinen Bruder zu kümmern!!! Lieber legst du wieder Tausend Weiber Flach und brichst dabei 1001 Herzen. Geh Bitte ... ich kann nicht mehr. GEH BITTE! Lass mich, verlass mich, endlich ... ich hasse dich!!!“ schrie Bill nun seinen Bruder an und befreite sich aus dessen Umarmung und schubste Tom von sich weg. Bill wusste, dass die letzten Worte gelogen waren, doch so war es das beste. auch wenn es weh tat, diesen letzten Schmerz musste er nun auch noch überstehen. „Es ... es tut mir Leid Bill ich ... weiß selber nicht aber bitte lass uns reden ...“ stotterte Tom nun und man merkte, dass er sichtlich angeschlagen war. Die letzten Stunden hatten ihn so geschwächt, und nun noch diese Aussage von Bill. „Ich hasse dich ...“ sie trafen Tom tief. Aber was ihn selbst wunderte war es, dass es ihn tiefer traf als sonst was. sein herz wurde schwer. Dieses Gefühl was sich in ihm breit machte, dass hatte er noch nie gespürt. Sie hatten sich schon oft gestritten, aber nie kam dabei dieses Gefühl zur Geltung. Mehr als denn je wollte Tom nun Bill in den Arm nehmen, doch er wusste, Bill würde dass nicht zu lassen. Wie ein Messerstich in die Brust ... ja genau so fühlte sich das gerade an. schwer atmend hob und senkte sich Toms Brust und Bills Blick war auf die Bettdecke gerichtet. „Bill bitte ...“ flehte Tom nun nur noch und ging einen Schritt auf Bill zu, doch dieser blockte sofort ab. „Nein Tom. geh bitte ... GEH!!!“ schrie Bill nun nur noch aus purer Verzweiflung und sah mit seinem Tränenüberströmten Gesicht nun noch einmal seinen Bruder an, bevor dieser schwankend das Zimmer verlies ...



Die Kühle Nachtluft umspielte Bills zarten Körper. Die Luft war kalt, nein, schon eisig. Seine Haare wehten im Wind. Jede einzelne Faser seiner Kleider wurde vom Wind aufgerüttelt. Doch er ging seinen Weg weiter. Seinen Weg durch die finsteren Tiefen des Waldes. Bill ist abgehauen. Abgehauen aus dem tristen Krankenhausgebäude, dass ihm umgeben hat und an die schrecklichsten Stunden seines Leben erinnerten. Er hatte es nicht mehr ausgehalten. Jede Wand rief immer wieder den selben Namen in sein Gedächtnis: TOM. kaum war Tom verschwunden, hatte sich Bill daran gemacht, die Schläuche aus seinem Körper zu ziehen, was sich um einiges schwieriger und vor allem schmerzhafter herausstellte als er dachte. Er war in seine Klamotten geschlüpft und vorsichtig und leise den Krankenhausgang entlang gehuscht, auf der Hut nicht erwischt zu werden. Zwischendurch hatte er oftmals das Gefühl, seine Kraft würde ihm verlassen. Immer wieder musste er kleine Pause einlegen, damit ihm nicht vollkommen schwarz vor den Augen wurde. Auch Tränen mischten sich darunter, da die Gedanken an Tom ihn immer mehr erdrückten. Er wusste, dass das, was er vorhatte, die einzige Richtige Entscheidung ist. Es geht einfach nicht anders. Alles andre würde diese Situation nicht gerade stellen können, alles andre wäre zu riskant. Bill war sich hundertprozentig sicher, dass er diesen Schritt tun musste. Keuchend streifte er durch den Wald, er konnte seine eigene Hand vor Augen kaum sehen. Er tastete sich vor ran. Nur ab und zu konnte er den Weg erkennen, auf dem er ging, wenn der Vollmond durch die dicht stehenden Bäume schien. Je näher er seinem Ziel kam, um so schneller schlug sein Herz und um so mehr Angst über kam ihn. Doch immer und immer wieder, wenn er kurz davor war, umzudrehen, rief er es sich ins Gedächtnis, dass es die einzige Lösung war. Die EINZIGE. Und endlich war er da. Endlich war er angekommen. Der Wald lichtete sich, eine weite Wiese kam nun in seinem Blickfeld. Die Wiese, auf der er schon oft viele Stunden verbracht hatte, doch diesmal ging Bill einfach weiter. Setzte sich nicht, blieb nicht mal stehen. Nein er ging weiter, bis er sie überquert hatte und plötzlich am Rande einer Tiefen Schlucht stand .... Bill schaute hinunter. Sie musste mindestens 30 Meter tief sein. Tief genug?