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Mit tausend Gedanken im Kopf ging Tom die dunklen Straßen entlang. Schon seit Stunden irrt er herum, weiß nicht wohin er gehen soll. Weiß nicht, was er machen soll. Er ist am Ende. das, was Bill ihm gesagt hat, macht ihn einfach nur total fertig. Er kann nicht mehr klar denken, war nicht mehr in der Lage irgendwas zu machen. er lief. Lief Minute um Minute. Stunde um Stunde. Die Sonne war schon längst untergegangen und er lief nun schon sicher zum dritten mal durch diesen Park in Magdeburg. er konnte hier nicht weg, wollte hier nicht weg. auch wenn ihm die Wörter getroffen hatten, was Bill sagte, so konnte er seinen Bruder nicht allein lassen. Er will bei ihm sein, und wenn er nicht direkt bei ihm sein kann, dann wenigstens so. Tom schlug die Arme Eng um seinen Körper, er zitterte. Doch nicht vor Kälte. Die Kälte macht ihm nichts aus, die äußerliche Kälte störte ihn nicht. es war die innere Kälte, die ihn fast umbrachte. Die innere Kälte, die von ihm ausging. Die Kälte, die durch Bills Worte hervorgerufen wurde. Doch das schlimmste mit war, Bill hatte recht. Tom war doch eigentlich selbst schuld an alle dem. Aber hätte er das, was in den letzten Stunden passiert ist, wirklich verhindern können? Er wusste es nicht ... vorsichtig lies er sich auf einer Parkbank nieder und sah in den Himmel. Kein einziger Stern war zu sehn, keiner. Nur der Mond leuchtete hell von oben und beschien Toms Gesicht. Für einen Moment schloss er die Augen und lauschte in die Stille hinein. Er atmete tief durch und versuchte an nichts zu denken doch plötzlich ... ein helles Licht. Bilder spielten sich vor seinem inneren Auge ab. Immer nur kurze Filmausschnitte. Eine rennende Person. Die schwarzen Haare wehten im Wind. Wald. Wiese. Klippe.
Tom öffnete Blitzschnell die Augen. Sein Herz raste wie nach einem Marathonlauf. Was war das? Er traute sich kaum zu Atmen, lauschte in die Nacht hinein. Bill? Ein komisches Gefühl machte sich in ihm breit. Nein, das konnte nicht sein. Bill war im Krankenhaus gut aufgehoben, dort konnte ihm nichts passieren. Oder doch? Etwas irritiert sah er sich um. Sollte er vielleicht zurück gehen? Sollte er wenn dann noch einen Wutausbruch von Bill in kauf nehmen? Sein Verstand sagte Nein. Und einmal im Leben musste er ja auf seinen Verstand hören, auch wenn er jetzt am liebsten bei seinem Zwilling sein würde. Schweres Herzens stand er von der Bank auf und verlies den Park in Richtung Haltestelle und stieg in den nächsten Bus nach Loitsche ein. die Fahrt dauerte für Toms Geschmack viel zu lange. er wollte nach Hause. Einfach nur nach Hause, auch wenn sein Herz in eine andre Richtung ging. was waren das plötzlich für Gefühle? warum schrie sein Herz förmlich, wenn er daran dachte, dass Bill jetzt alleine in diesem Krankenhaus lag, obwohl er schon immer panische Angst vor solchen Anstallten hatte? So hatte er noch nie gefühlt, wenn es Bill schlecht ging. Natürlich, er hatte sich schon oft sorgen um seinen kleinen Bruder gemacht, aber so sind die Gefühle noch nie bei ihm hervorgetreten. Was war los?

„Was kann man tun
wenn das Herz brennt
wenn die Flamme sich immer tiefer in die Seele frisst...“



Toms Sicht:
Leise schloss ich die Tür auf, Mum würde ja schon schlafen. Vorsichtig betrat ich den Flur und zog meine Jacke und Schuhe aus und ging in die Küche. Ich setzte mich auf meinen vertrauten Platz. Auf dem saß ich immer, wenn ich auf Bill wartete. Doch ich wusste, heute Nacht würde ich vergebens warten. Er war nicht hier. War in Magdeburg. war in der Klinik, war in Sicherheit. Dort konnte er nichts anstellen. Doch warum hatte ich dann so ein komisches Gefühl? Und was hatten die Bilder vorhin zu bedeuten? Waren sie ein Zeichen? Bei Bill und mir ist es schon öfter vorkommen, dass wir so was hatten. Wir wussten immer, wenn es dem andren schlecht ging oder er in Gefahr war, aber doch nicht jetzt! er konnte nicht in Gefahr sein, er war im Krankenhaus. *ring ring* Das Telefon riss mich aus meinen Gedanken. Ich schreckte auf und sah mich um. Verdammt. Wo war denn dieses Mistding schon wieder? Schnell rannte ich ins Wohnzimmer. Da lag es ja, unter dem Sofakissen. Schnell hob ich ab. „Tom Kaulitz“ meldete ich mich monoton. Die Stimme auf der andren Seite begann zu sprechen, und mit jedem weiteren Wort weiteten sich meine Augen und meine Beine begannen zu zittern. Ich lies den Typen nicht mal mehr aussprechen, denn ich lies das Telefon einfach fallen und rannte aus dem Wohnzimmer wieder zurück in den Flur, schlüpfte in meine Schuhe und Jacke und sprintete aus dem Haus. Und nun? Mein Herz schlug wie verrückt. Ich konnte es nicht glauben. Bill war aus dem Krankenhaus abgehauen. Ich konnte es selbst nicht glauben. wie war das möglich? Warum? Hatte mich mein Gefühl etwa doch nicht getäuscht. Ich stand mitten auf der Straße, gerade nicht fähig klar zu denken. alles überschlug sich in meinem Kopf. Ich schloss die Augen und atmete erst mal tief durch um einen klaren Kopf zu bekommen. Die Bilder begannen sich zu ordnen, und da warne sie wieder. Genau die selben Szenen wie schon vorhin im Park. Wald. Bäume. Wiese. Klippe. Mond. Mit einem Schlag wusste ich, wo ich hin musste. Ich war mir sicher. Dort musste er sein. Es gab keinen andren Ort. Aber was machte er dort? Angst machte sich in mir breit. So schnell mich meine Beine trugen und die HopperHosen es zuließen, rannte ich die Straße entlang bis zur nächsten Einmündung, über die Feldwege hinüber zu dem Dichten Wald. Meine Lunge brannte, meine Seite begann zu stechen, ich bekam nur noch schwer Luft. Doch es war mir egal. In diesem Moment war mir alles egal. Ich wollte nur eins: Zu Bill. Und zwar so schnell wie möglich ... bevor ... bevor es zu spät war. Diese Gedanken kreisten mir nun schon die ganze Zeit im Kopf umher. Wollte er sein „Werk“ vollenden? Wollt er das wahrmachen, was er mir heute im Krankenhaus gesagt hatte. „Ich wollte nicht sterben ... ich will es immer noch.“ Seine Worten ließen mir einen Schauer über den Rücken laufen. und plötzlich kam mir alles so logisch vor. Warum war er wohl sonst abgehauen. Er hatte keinen andren Grund. Das war das einzige, was er tun wollte. Aber was machte er dann im Wald? DIE KLIPPE ... Vor Schock blieb ich stehen. Nein ... er wollte doch nicht? Schneller als je zu vor in meinem Leben begann ich zu rennen. „BILL ... BILL ... bist du hier?“ rief ich immer wieder in die Nacht. Doch keine Antwort. So tief wie nun war ich noch nie in meinem Leben zuvor in einem Wald gewesen. Ich sah meine Eigene Hand vor Augen nicht mehr. Die Bäume standen so eng aneinander dass nur ab und zu der Mond bis zu mir hinunter durchschien. Doch plötzlich begann sich der Wald zu lichte. Eine große Wiese breitete sich vor mir auf. mitten hier im Wald? So etwas hatte ich auch noch nie gesehen, doch sie zog mich sofort in ihrem Bann. Auch wenn ich sonst eher weniger Naturverbunden bin, musste ich hier einfach stehen bleiben. Mein Blick wanderte rundherum, und endlich er kannte ich einen Weg, und auf einmal wusste ich wo dieser Weg hinführen musste. Es gab keinen Andren. Mit schnellen Schritten überquerte ich die Lichtung und verschwand wieder im Wald. Doch diesmal war ich darauf bedacht, ganz ruhig zu sein. Kein einziges Mal rief ich seinen Namen. Ich wusste, wenn er merkte, dass ich am kommen war, würde er die Sache nur noch schneller zu Ende bringen, und das wollte ich auf gar keinen Fall riskieren. Ich schlich schon fast durch den Wald, als ich auch endlich das Ende sehen konnte ... Mitten auf dem Weg blieb ich stehen, sah nur stur gerade aus. mein Atem blieb stehen, es kam mir so vor als wenn mein Herz nicht mehr schlug, als wenn die Welt aufgehört hätte sich zu drehen ... als wenn alles nur noch in Zeitlupe ablaufen würde. Da stand er. Bill. Er stand mit dem Rücken zu mir, er sah stur gerade aus. der Mond schien ihn vor vorne an, seine zierliche Statur kam so noch besser zur Geltung. Erst jetzt merkte ich, wie dünn Bill geworden ist. Ja, er war schon immer dünn, doch so wie im Moment, so kannte ich Bill nicht. Seine Schwarzen Haare wehten im Wind, seine Arme hingen schlaff an seinem Körper hinunter. Ich merkte, dass seine Knie leicht zitterten und er sich konzentrierte. Und nun? Ich wusste was Bill vor hatte, ich wusste dass er sich jede Sekunde hier die Klippe hinunter stürzen wollte. Jede Sekunde konnte zu spät sein, aber was sollte ich tun? Jede Bewegung konnte die Falsche sein. Ich merkte, wie Tränen über meine Wangen liefen. Tränen der Angst. Tränen der Hilflosigkeit. So Hilflos wie in diesem Moment hatte ich mich noch nie gefühlt. was sollte ich tun? Ich konnte meinen Bruder doch nicht so gehen lassen ... ich MUSSTE was tun. Wenn er jetzt springen würde ... das könnte ich mir nicht verzeihen. Doch eins wusste ich in diesem Moment ganz sicher: Wenn er springt, spring ich auch.

„Normale“ Sicht:

Ruhig atmen stand Bill nun schon fast eine Stunde so rum. Er wusste, nur ein Schritt würde ihn retten, doch auch nur ein Schritt würde alles beenden. Er konnte nicht mehr zurück, doch seine Beine waren wie festgewachsen. Er konnte sich nicht rühren, so sehr er es wollte. So sehr er den Drang verspürte, diesen letzten, entscheidenden Schritt in seinem Leben zu tun, er konnte es nicht. Der Mond schien hell, ja, fast blendete der Mond ihn schon. Er kniff die Augen zusammen, die Tränen liefen ihm unaufhaltsam über die Wange. Sein Atem wurde schwer. Seine Beine zitterten. Warum hatte er so große Angst? Das war doch das, was er wollte. Das war doch das, nach dem er sich schon so lange gesehnt hatte. Das war doch seine „Erlösung“ ... noch einmal atmete er tief durch und öffnete die Augen wieder. Mit gesenktem Kopf sah er hinunter in die Schlucht. Er zwang nun seine Beine dazu, wenigstens ein paar Millimeter weiter nach vorne zu gehen, doch plötzlich hörte er ein Knacksen hinter sich und ein leises Keuchen. Erschrocken drehte er sich um und sah Tom mit weitaufgerissenen Augen hinter ihm stehen. Bills Lippen formten ein stummes „Tom ...“. er konnte es nicht glauben. warum war er hier? Wie kam er hier her? Wieso wollte er nun schon zum zweiten mal Bills Pläne von Freiheit durchkreuzen?
„Bill nein ... spring nicht, Bitte. Und wenn du springst, dann spring ich auch ...“ flüsterte Tom und sah seinem Bruder tief in die Augen.

„Ich schrei in die Nacht für Dich
lass mich nicht im Stich
Spring nicht
Die Lichter fangen Dich nicht
sie betrügen Dich
Spring nicht
Erinner Dich
an Dich und mich
Die Welt da unten zählt nicht
Bitte spring nicht


Spring nicht
Und hält Dich das auch nicht zurück
Dann spring ich für Dich ...“


Bill konnte es immer noch nicht glauben. hatte Tom diese Worte gerade wirklich ausgesprochen? „Bill ich mein das ernst. Wenn du springst, dann spring ich auch. Dann gibt es hier auf dieser Welt für mich auch kein Halten mehr.“, fügte Tom noch hinzu und ging ein paar Meter weiter vor, doch Bill blockte ab. „STOP! Tom nein! Bleib stehen! Bleib wo du bist sonst spring ich sofort …” drohte Bill seinen Bruder, doch die Angst war in seiner Stimme deutlich herauszuhören. Tränen benetzten nun seine Wangen und seine Lippen zitterten. Sofort blieb Tom stehen und sah Bill bittend an. „Wir können doch Reden Bill ... aber was ist das bitte für eine Lösung, wenn du dir jetzt dein Leben nimmst?“ wollte Tom wissen, um Bill zurückzuhalten. „Reden, reden, reden ... was andres kannst du wohl nicht oder wie? Verdammt noch mal es gibt nichts mehr zu bereden. Es ist zu spät. Alles ist zu spät Tom. Selbstmord löst die Probleme vielleicht nicht Tom, aber er beendet sie.“, antwortete Bill völlig Monoton, ohne jeglichen Ausdruck in der Stimme. Tom erschrak von dieser Kälte in der Stimme. Bill meine es ernst. Todernst, um es genau zu sagen. „Ich versteh dich nicht Bill, ich versteh dich einfach nicht. was bringt dich dazu, diesen Schritt zu tun? WAS? Was hat dir diese Welt angetan, so zu handeln? Was hab ich dir getan, dass du mich nun auf so grausame weise verlassen willst? WAS? WAS? WAS? VERDAMMT NOCH MAL ..“ wurde Tom langsam nervös. Er kannte Bill nur zu gut. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, wollte er dass auch zu ende bringen. Bill lachte kurz auf und wand sein Gesicht den Himmel und sah zum Mond. Sein Haare wehten im leichten Wind und seine Hände waren nun zu Fäusten geballt. Unter ihm die weite Schlucht, das Ende. „Du würdest es nicht verstehen. Du würdest mich einfach nicht verstehen. Viel zu lange habe ich gelitten. Viel zu lange habe ich wegen dir gelitten. Viel zu lange habe ich mit diesem Gefühl gekämpft. Viel zu lange habe ich mit diesen Gefühlen zu dir gekämpft. Doch es hilft nichts. Nichts könnte es ändern. Ich habe keine andre Möglichkeit Tom. verstehst du denn nicht? ICH LIEBE DICH ...!“ und genau mit diesen letzten Worten schloss er die Augen und ging den letzten Schritt nach vorne. Er spürte die endlose Tiefe unter seinen Füßen. Sein Gewicht riss ihn nach vorne, als er plötzlich ein stechen in seinem Brustkorb fühlte. Er krachte gegen die Steile Felswand, doch Irgendwas krallte sich in seinen Oberkörper und er merkte, dass er nicht mehr fiel. Erschrocken öffnete Bill die Augen und sah nach unten. Mit dem ganzen Körper baumelte er über dem Abgrund. Der Abgrund verschlang die letzten Tränen von Bill die fielen. Und plötzlich machte sich eine riesige Angst in ihm breit. Die Angst, dort hinunter zu fallen. sein Leben hing an einem seidenen Faden, oder beziehungsweise, es lag in Toms Händen. Als Bill seinen Blick nach oben richtete, sah er Tom. Er lag am Bauch, die Arme weit nach Bill ausgestreckt. Er krallte sich an Bills Brust fest. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. Es kostete ihm seine Ganze Kraft, seinen Zwilling hier zu halten. „Ich ... ich lass dich nicht so einfach gehen Bruderherz ... nicht jetzt, und schon gar nicht so.“, presste Tom durch seine Lippen hervor und versuchte mit all seiner aufgewendeten Kraft, Bill wieder nach oben zu ziehen. Aber auch Bill hatte keine Kraft mehr. Sein Ganzer Oberkörper schmerzte, anscheinend wurden durch den Aufprall ein paar Rippen gebrochen und auch seine rechte Schulter machte kein Gutes Bild. „Tom, wenn du mir wirklich helfen willst, dann lass mich jetzt los, lass mich sterben“